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Wassermühlen und Wassernutzung im mittelalterlichen Ostmitteleuropa
Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, Band 50.
Martina Mariková und Christian Zschieschang (Hrsg.)
1. Aufl. 2015

340 Seiten mit 24 Farb-, 56 s/w-Abbildungen und 9 Tabellen, Format 24 x 17 cm, gebunden.

284
978-3-515-10999-4
935 g

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Historische Wassermühlen haben sich zahlreich in unserer Kulturlandschaft erhalten, wenn auch nur... mehr
Wassermühlen und Wassernutzung im mittelalterlichen Ostmitteleuropa
Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, Band 50.

Historische Wassermühlen haben sich zahlreich in unserer Kulturlandschaft erhalten, wenn auch nur noch selten in ihrer ursprünglichen Funktion. In vielen Fällen reicht das, was von ihnen übrig ist, jedoch nicht weiter als bis in die Frühe Neuzeit zurück. Auch wenn Mühlen in großer Zahl in der Zeit des hochmittelalterlichen Landesausbaus entstanden, sind unmittelbar aus dem Mittelalter stammende Hinterlassenschaften heute selten. Dies gilt ähnlich auch für andere Bereiche der Gewässernutzung wie beispielsweise die Schifffahrt oder den Fischfang, und betrifft sowohl Sachzeugnisse als auch die schriftliche Überlieferung. Dieser Sammelband beschäftigt sich mit der Frage, was sich von Mühlen und anderen Gewässernutzungen aus dem Mittelalter erhalten hat. Die Beiträge beleuchten das Thema aus der Sicht der Archäologie, der Mediävistik, der Theologie und der Namenforschung.

Der Band, dessen zugrunde liegende Vorhaben mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert wurden, vereint insgesamt 15 wissenschaftlich Beiträge von 17 Autorinnen und Autoren, die thematisch den drei Kapiteln „Wassernutzung im Mittelalter“, „Mühlen in Landschaft, Wirtschaft und Wahrnehmung“ sowie „Sachrelikte mittelalterlicher Mühlen“ zugeordnet sind.

Das erste Kapitel umfasst vier Beiträge, in denen es um die praktische Nutzung der Wasserläufe im Mittelalter in Tschechien, die Elbe als Wirtschaftsfaktor im nordwestlichen Böhmen, die Voraussage der Witterung in lateinischen Quellen des Mittelalters und die historische Entwicklung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in mittelalterlichen Siedlungen in Tschechien geht. Die sieben Beiträge des zweiten Kapitels beschäftigen sich mit der Bedeutung der Wassermühle für die zisterziensische Klostergemeinschaft im 12. und 13. Jahrhundert, der Mühle in der Bildtheologie des Mittelalters, der Nutzung von Wasserwegen am Mittellauf der Spree im 15. und 16. Jahrhundert, der Rosenberger Wassermühlen an der Schwelle zur Neuzeit, den Namen der Wassermühlen in Schlesien, schlesischen Orts- und Flurnamen mit Mühlen und der Benennung von Mühlen im Mittelalter. Das dritte Kapitel mit vier Beiträgen, gibt eine Übersicht zu archäologischen Erscheinungsformen von Wassermühlen, beleuchtet die Verbreitung der hochmittelalterlichen Mühle aus archäologischer Sicht, stellt Mühlsteinhauer im bayerischen Inntal vor und wendet sich der Baugestalt der Wassermühlen im mittelalterlichen Böhmen und Mähren zu.

Das Buch ist von grundlegender Bedeutung für alle, die sich fundiert über das Thema auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand der Forschung informieren möchten.


Die Herausgeber

Die Historikerin Martina Maríková arbeitet am Archiv der tschechischen Hauptstadt Prag, wo sie schon vor längerer Zeit mit dem Mühlenwesen in Mittelalter und früher Neuzeit in Berührung kam. Dies mündete in eine intensive Beschäftigung mit Mühlen und Müllern im Mittelalter, die auch im Mittelpunkt ihrer Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e. V. (GWZO) an der Universität Leipzig von 2011 bis 2013 stand.

Der Namensforscher Christian Zschieschang untersuchte als wissenschaftlicher Mitarbeiter am GWZO in mehreren aufeinanderfolgenden Projekten die geographischen Namen verschiedener Regionen des östlichen Mitteleuropa, ebenso wie die Nutzung der Gewässer im Rahmen des hochmittelalterlichen Landesausbaus.

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